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Die Operationsnarkose – mehr als Einschlafen und Aufwachen

    
     
Die Durchführung der Narkose beginnt zwar im engen Sinne erst im Operationssaal, trotzdem gehört auch schon das ausführliche Vorgespräch dazu. Dem Patienten werden viele Ängste genommen, der Arzt kann sich optimal auf seinen Patienten einstellen. Mit der Einleitung der eigentlichen Narkose setzt dann eine intensive Überwachung der Vitalfunktionen, also der lebenswichtigen Organfunktionen ein. Hierzu zählt die Überwachung der Atmung als Lungenfunktion und der Beatmungsgeräte, sowie des richtigen Sauerstoffgehaltes im Blut. Gleichzeitig wird in engen, regelmäßigen Abständen der Blutdruck und die Herzfrequenz gemessen und protokolliert. Alle diese Werte geben einen Eindruck über die Gesamtfunktion des Organismus, man kann so auch indirekt auf die Narkosetiefe schließen.

Darüber hinaus gehört zur Narkose auch, dem Operateur ein optimales Operationsgebiet zu gewährleisten. Diese soll möglichst blutarmes operieren ermöglichen. Dazu kann der Anästhesist den Kreislauf in bestimmten Grenzen verändern, bei niedrigerem Blutdruck hat es der Operateur leichter. Diese Maßnahmen setzen aber eine noch intensivere Überwachung voraus. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur sicheren Narkose und Operation ist die Möglichkeit die Muskulatur für die Dauer der Operation gezielt zu entspannen. Dieses Vorgehen setzt eine künstliche Beatmung für die Dauer der Operation voraus, dem Chirurgen werden ungleich größere Möglichkeiten geboten. So ist der vielfach gewünschte „kleine Schnitt“ nur durch eine optimale Entspannung der Muskulatur machbar. Auch diese Maßnahme wird überwacht. Hierzu dient ein kleines Gerät, welches die Daumenmuskulatur in regelmäßigen Abständen erregt und somit eine Zuckung auslöst. Dieses Monitoring ermöglicht die gezielte Gabe von Medikamenten um den gewünschten Effekt zu steuern.

Alle diese Maßnahmen dienen der Sicherheit des Patienten und der Verbesserung der Operationsbedingungen.

Viele Patienten haben Angst nach der Narkose nicht mehr wach zu werden, oder während der Narkose zu erwachen. In modernen Kliniken besteht die Möglichkeit auch eine Narkosetiefe zu messen. Hierzu werden dem Gehirn Reize angeboten ( Geräusche ) die im Gehirn verarbeitet werden. Hat ein Patient eine Narkose ist die Verarbeitung dieser Reize im Gehirn mit steigender Narkosetiefe immer mehr eingeschränkt. Durch die Messung der Hirnströme an der Kopfhaut ( EEG )kann die Narkosetiefe gemessen werden. Damit ist über 150 Jahre nach Einführung der Narkose nun auch eine direkte Messung der Narkosetiefe möglich.

Durch die ständige Weiterbildung der Anästhesie, moderne Narkosemittel und ständig verbesserten Verfahren der Narkoseüberwachung, ist die Sicherheit für unsere Patienten während der Narkose immer weiter gestiegen. Dank dieser Forschungen ist eine Narkose heute sicher und komfortabel. Letztlich sind die großen Fortschritte auf dem Gebiet der Chirurgie ohne eine moderne Narkose nicht denkbar.